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E3-4 – Wasserkennzahlen

Revised ESRS 2026

ESRS Standard

15. Ziel dieser Angabepflicht ist es, Nutzern ein Verständnis für die Leistung des Unternehmens in Bezug auf Wasser zu vermitteln.

16. Das Unternehmen gibt die folgenden Wasser-Kennzahlen für seine eigene Geschäftstätigkeit an:

  • (a) Gesamt-Wasserverbrauch,

  • (b) Gesamt-Wasserverbrauch in Gebieten mit Wasserstress,

  • (c) gesamte Wasserentnahme,

  • (d) gesamte Ableitung von Wasser,

  • (e) das Gesamtvolumen des aufbereiteten und wiederverwendeten Wassers und

  • (f) insgesamt gespeichertes Wasser.

Fußnote zu Absatz 16 Buchstabe e
Diese Informationen tragen zur Deckung des Informationsbedarfs von Finanzmarktteilnehmern bei, die der Verordnung (EU) 2019/2088 unterliegen, da sie von einem verpflichtenden Indikator für die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen abgeleitet werden (Indikator Nr. 6.2 in Anhang I Tabelle 2 der Delegierten Verordnung (EU) 2022/1288 der Kommission in Bezug auf Offenlegungsvorschriften für nachhaltige Investitionen („Gewichteter durchschnittlicher Prozentsatz des von den Unternehmen, in die investiert wird, zurückgewonnenen und wiederverwendeten Wassers“)).


Application Requirements (AR)

AR 4 für Absatz 16 (Wasserkennzahlen)
Der Wasserverbrauch (C) kann direkt gemessen, modelliert, geschätzt oder berechnet werden, indem die gesamte Ableitung von Wasser (D) von der gesamten Wasserentnahme (W) im Berichtszeitraum abgezogen wird: C = W - D.

AR 5 für Absatz 16 (Wasserkennzahlen – Einheiten)
Die Wasserkennzahlen nach Absatz 16 Buchstaben a bis f sind in Kubikmetern (m³) oder Vielfachen davon anzugeben.


Begriffsbestimmungen (ESRS)

Wasserentnahme (= Input)

„Die Summe des Wassers, das während des Berichtszeitraums aus allen Quellen und für alle Verwendungszwecke in die Grenzen des Unternehmens geleitet wurde.“

Ableitung von Wasser (= Output)

„Die Summe aus Abwasser und sonstigem Wasser, die die Grenzen der Organisation verlässt und während des Berichtszeitraums in Oberflächengewässer oder Grundwasser eingeleitet oder an Dritte weitergeleitet wird.“

Wasserverbrauch (= Input - Output)

„Die Wassermenge, die im Laufe des Berichtszeitraums in die Grenzen des Unternehmens verbracht und nicht in Gewässer abgeleitet oder an Dritte weitergeleitet wird.“

Wasserstress

„Die Fähigkeit oder Unfähigkeit, den menschlichen und ökologischen Wasserbedarf zu decken. Wasserstress ist ein umfassender Begriff, der verschiedenen physischen Aspekten im Zusammenhang mit Wasserressourcen Rechnung trägt, darunter die Wasserverfügbarkeit, die Wasserqualität und die Zugänglichkeit von Wasser (d. h. ob die Menschen in der Lage sind, physisch verfügbare Wasservorräte zu nutzen), was neben anderen Faktoren häufig von der Angemessenheit der Infrastruktur und der Erschwinglichkeit von Wasser abhängt.“

Aufbereitetes und wiederverwendetes Wasser

„Wasser und Abwasser (behandelt oder unbehandelt), das vor der Ableitung aus dem Bereich des Unternehmens mehr als einmal verwendet wurde, um den Wasserbedarf zu verringern. Dies kann im selben Prozess (aufbereitet) oder in einem anderen Verfahren innerhalb derselben (gemeinsamen oder eigenen) Anlage oder Einrichtung oder in einer anderen Anlage oder Einrichtung des Unternehmens (wiederverwendet) erfolgen.“


Beispiel zur Begriffsbestimmung

Ein Unternehmen betreibt eine Produktionsanlage, die Wasser für die Herstellung von Getränken nutzt.

  • Wasserentnahme ("water withdrawal")
    700.000 Liter stammen aus einem nahegelegenen Grundwasserbrunnen.

  • Wasserverbrauch ("water consumption")
    300.000 Liter verbleiben in den Produkten (z.B. Limonade) oder gehen durch Verdunstung bei der Kühlung verloren.

  • Ableitung von Wasser ("water discharge")
    400.000 Liter (Die Differenz von Entnahme und Verbrauch) werden nach der Nutzung (z.B. Reinigung, Kühlung) aufbereitet und in das lokale Abwassersystem zurückgeführt.


Ermittlung der Wassermengen in der Praxis

Die gefragten Wassermengen können in der Praxis folgendermaßen ermittelt werden:

  1. Daten aus Wasserrechnungen

  2. Messungen von Durchflussmessgeräten
    (z.B. bei Wasserentnahme aus eigenen Brunnen)

  3. Schätzungen basierend auf Berechnungen oder Modellierungen
    (z.B. bei gemeinsam genutzten Büroflächen)

Ad 3)
Die Berechnung für das Unternehmen "X" kann beispielsweise basierend auf dem durchschnittlichen Wasserverbrauch/Person im Gebäude berechnet werden, die mit der Anzahl der Personen, die in Unternehmen "X" arbeiten, multipliziert wird.

Diese Berechnung kann noch um weitere Faktoren erweitert werden: Beschäftigungszeit der Personen (Wochenarbeitszeit oder Arbeitstage im Jahr), Unterschiedliche Wasserverbräuche in verschiedenen Teilen des Gebäudes (z.B. Kantine).

Konkrete Beispielrechnungen und alternative Ansätze (z.B. Berechnungen basierend auf Durchflussraten) inklusive dabei sinnvolle Nachschlagewerke zur Datenerhebung sind im VSME Standard im Abschnitt "B6 - Water" (S. 30ff) zu finden.

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